Verallgemeinerung … geht es auch ohne?

Kategorie : Politik

Ich denke nicht!

In letzter Zeit lese ich recht aufmerksam die Kommentare zu verschiedensten News auf den einschlägigen News-Seiten von Focus, Spiegel, Welt und Co. Besonders interessant finde ich momentan den in meinen Augen immer größer werdenen Kampf zwischen den “Kapitalisten” und “den Linken”. Wahrscheinlich will keiner der von mir gemeinten Schreiber als eines von beidem bezeichnet werden, aber ich denke, jeder weiß was gemeint ist. Und darum geht es ja.

Und genau hier kommen wir zum Grundgedanken dieses Beitrags: zwischen diesen Lagern, die sich mittlerweile schon ziemlich offen anfeinden, gibt es natürlich auch immer die “Gemäßigten” (zu denen ich mich auch zähle), die versuchen abzuwägen, die versuchen beide Seite zu verstehen und somit dann immer mit folgenden Sätze kommen.

  • “Natürlich kann man das nicht auf alle Sozialhilfeempfänger beziehen! ….”
  • “Man darf nicht verallgemeinern! ….”
  • “Klar gibt es Manager, die ihre Mitarbeiter ausnehmen, aber das gilt bei weitem nicht für alle! ….”

Nun stellt sich die Frage, ist mit einer solchen Einstellung überhaupt Politik zu machen? Fakt ist, auch wenn es abgedroschen klingt: Jeder Mensch ist verschieden. Es leben 80 Mio. Menschen in diesem Land, also müsste man in einer politischen Diskussion, in der man nicht verallgemeinert, schätzungsweise 80 Mio. Standpunkte in Betracht ziehen. Dass dies unmöglich ist, bedarf keiner Erklärung. Ich denke, die oben genannten Einwürfe sind völlig sinnlos, weil es einfach nicht möglich ist globale Themen zu besprechen, ohne grobe Einteilungen vorzunehmen.

Dass dabei viele “Einzelschicksale” unter den Tisch fallen, ist dabei natürlich nicht zu verhindern. Das kann man nun als Schicksal, Pech oder sonstwie bezeichnen. Aber es ist eine Tatsache. Dessen muss man sich bewußt sein.

Deshalb werde ich mir in Zukunft solche Kommentare wie oben verkneifen, denn man wird in Deutschland immer mindestens einen Einzelfall finden, der auch das beste Argument, für welche Richtung auch immer, wiederlegt.

Jetzt kann man das natürlich so deuten, dass dies ein Schritt zurück ist. Denn gerade viele “Intellektuelle” (oder die denken sie seien welche) halten es für eine große Gabe in der Lage zu sein, die Dinge so differenziert zu sehen, dass sie gerade nicht “alle über einen Kamm scheren” und sich somit der Stammtischdiskussion überlegen fühlen. Auch ich habe so gedacht. Doch was übrig geblieben ist, war eine Neutralität, in der ich keine Partei ergreifen konnte. Doch das werde ich nun ändern.

Ich ergreife Partei und bin wieder beim Stammtisch angekommen. Doch mit der Selbsterkenntnis, wieso ich dort bin. Und das ist mir schonmal einiges wert.

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