Ich habe über Battleforge schon vor einigen Monaten einen Bericht in der PC Games gelesen fand es sehr interessant. Heute bin ich auf einen Onlineartikel darüber bei Golem.de gestolpert und habe dort gelesen, dass das Spielchen nun in die Beta-Phase gekommen ist. Ich habe die Hoffnung, dass damit mal wieder ein wenig frischer Wind in das Genre der Echtzeitstrategie kommt.
Der letzte Evolutionsschub für diese Gattung Spiele liegt meines Erachtens schon einige Zeit zurück und hat Echtzeitstratgie um Rollenspielelemente erweitert. Zu sehen zum Beispiel bei Warcraft 3 und Spellforce. Seitdem vermisse ich ein bisschen die Innovation. Doch was bringt Battleforge nun Neues?
Dieses Spiel ist ein Hybrid aus Echtzeitstrategie und Kartenspielen á la Magic: The Gathering. Das bedeutet, dass man beim Kauf des Spiels eine gewisse Anzahl von virtuellen Karten bekommt, die jeweils eine Kampfeinheit repräsentieren. Vor einem Kampf kann man sich aus seinem Kartenstapel (das Deck) eine Armee zusammenstellen, deren Größe jedoch begrenzt ist. Es gilt also mit den zur Verfügung stehenden Plätzen in der Armee eine möglichst schlagkräftige Truppe aufzubauen. Hat man seine Streitmacht zusammengestellt startet das Spiel. Der nun folgende Part spielt sich wie ein “normales” Echtzeitstrategiespiel. Der Knackpunkt ist jedoch, dass man nur die Einheiten zu Verfügung hat, die man sich vorher zusammengestellt hat.
Schon zu Beginn wird es 200 verschiedene Einheiten geben (mehr sollen in Form von Upgrades folgen), woraus sich eine nahezu unendlich große Anzahl von Kombinationen für die Armeezusammenstellung ergibt. Der Reiz besteht nun darin, eine optimale Zusammensetzung zu finden, um den Gegner zu schlagen. Der Fokus dieses Spiels soll auf dem Mehrspielmodus und somit auf dem Kampf Player-vs-Player liegen. Dies kommt dem Spieldesign natürlich sehr entgegen, denn was macht mehr Spaß als mit einer clever zusammengesetzen Truppe einen menschlichen Gegner auseinander zu nehmen.
Der Entwickler EA geht dabei einen konsequenten, aber auch gefährlichen Weg. Denn was liegt näher, als das Spiel nach und nach um neue Karten zu erweitern und so die Langzeitmotivation zu erhalten? Klar, nichts. Doch das kostet natürlich Geld. Und da EA kein Wohlfahrtsverein ist, müssen die Spieler natürlich auch dafür zahlen (genauso wie es die Karten beim Magic: The Gathering auch nicht geschenkt gibt). Somit hat also ein Spieler zu Beginn ein festes Set an Karten, die er beim Kauf des Spiels erhält. Will er zusätzliche Karten haben (denn es wird nur ein Bruchteil der 200 verfügbaren Karten bei seinem Set dabei sein), muss er sich diese Karten kaufen oder mit anderen Spielern tauschen.
Hier bleibt abzuwarten, ob die Spieler bereit sind dieses Geld auszugeben. Ich denke, dass die Chancen für ein solches Konzept nie besser waren als jetzt. WoW hat es salonfähig gemacht, monatlich Geld für ein Spielerlebnis zu zahlen. Insofern denke ich schon, dass Battleforge eine Erfolgsstory werden kann. Aber das hängt natürlich erstmal davon ab, ob das Spiel nicht nur ein neues Konzept hat, sondern auch noch Spaß macht.
Ich bin gespannt.
