Kachelmann entlassen: Justizirrtum?

Kategorie : Allgemein

Jörg Kachelmann wurde heute, nach ca. 4 Monaten, aus der U-Haft entlassen. Scheinbar sind die Beweise langsam zerbröckelt und es existiert kein dringender Tatverdacht mehr, so dass der Haftbefehl aufgehoben wurde. Zwar ist das Strafverfahren noch nicht vom Tisch, aber bei so einer Rolle rückwärts ist davon auszugehen, dass die Anklage nicht mehr viel zu bieten hat. Aber wir werden sehen, ob ich mich schon wieder täusche.

Das habe ich nämlich zugegebenermaßen auch getan, als Kachelmann verhaftet wurde. Ich war mir recht sicher, dass er schuldig ist. Damals war meine Argumentation, dass es in Deutschland doch sowieso immer ewig dauert, bis jemand verhaftet wird, weil zunächst die Unschuldsvermutung gilt. Ich war der festen Überzeugung, dass sich die Staatsanwaltschaft so eine spektakuläre Verhaftung nur traut, wenn es Beweise gibt, und nicht zur Indizien. Als Beispiel habe ich gerne einen Stalker bemüht, den man ja auch nicht so einfach festnehmen kann. Auch wenn des Opfer 100 mal erzählt, es werde verfolgt. Der Typ hat halt noch nichts Verbotenes gemacht oder es steht Aussage gegen Aussage.

Tja, und doch lag ich falsch. In diesem Fall war wohl nicht viel mehr als eine Aussage und ein blutiges Messer nötig. Dabei stelle ich mir nun vor Allem zwei Fragen:

  1. Wurde im Fall Kachelmann nur so schnell gehandelt, weil er prominent ist und sich jemand profilieren wollte?
  2. Was ist nun besser? Schnell handeln, auch auf die Gefahr hin, dass mal ein Unschuldiger in U-Haft landet? Oder lieber lange recherchieren, mit der Gefahr, dass der Verdächtige abhaut oder noch was anstellt?

Ich möchte jedenfalls nicht in der Haut der Verantwortlichen stecken. Das Leben als IT-Consultant ist doch vergleichsweise unkompliziert und “konsequenzlos”.

Berechtigungen beantragen: The highway to hell!

Kategorie : Das nervt

Hier mal wieder eine kleine Anekdote zur Arbeitsweise großer Unternehmen. Heute eine Episode der immer wieder beliebten Reihe Beantragen von Zugriffsrechten”.

Aufgabenstellung: Beschaffung der Berechtigung im Dokumentenverwaltungssystem Dateien zu lesen

1. Versuch
Es gibt ein feines Antragsformular, mit dem man diese Rechte per Fax beantragen kann. Dies wurde zu Projektbeginn brav für mich ausgefüllt und abgeschickt.
Rückmeldung: Leider dürfen wir schriftliche Anträge nicht mehr bearbeiten, nutzen sie bitte Onlinetool dafür. Schriftliche Anträge werden nur bei Problemen mit dem Tool bearbeitet.

2. Versuch
Erneutes Ausfüllen des Formulars, diesmal mit dem Problemvermerk, dass ich leider noch nicht auf das Onlinetool zugreifen kann, weil mir hierfür wieder andere Berechtigungen fehlen.
Rückmeldung: Dies ist kein Problem des Tools. Sie müssen warten, bis sie Zugriff haben.

3. Versuch
Nach einigen Tagen, komme ich endlich an das Onlinetool zum Beantragen von Berechtigungen ran, doch es ist scheinbar deaktiviert.
Rückmeldung: Leider ist das Tool wegen Umstrukturierungen offline. In dieser Zeit werden keinerlei Anträge bearbeitet.

4. Versuch
Der Chef macht etwas Druck (vermutlich wieder schriftlich ;) ) und plötzlich bekomme ich eine Mail mit Zugriffsdaten.
Ergebnis: Ich hab nun einen User mit dem ich mich anmelden kann, aber er hat keinerlei Rechte. Ich sehe gar nichts, nur ein leeres Fenster. Nutzen = 0.

5. Versuch
Nach 3 Wochen ist das Tool zum Beantragen von Rechten wieder verfügbar. Ich gehe rein, klicke die Berechtigungen zusammen und schicke ab. Fehler: Meine Stammdaten sind nicht korrekt, es ist kein Vorgesetzter eingetragen. Selbst eintragen kann ich das jedoch nicht.
Rückmeldung: Bitte verwenden sie das Antragsformular per Fax …. (WTF?!?) … Ja, dies ist ein Problem des Tools, da dürfen sie das Formular verwenden.

6. Versuch
Und wieder geht der Fax-Antrag raus, wird dann irgendwie in das Tool eingepflegt und ich sehe, dass mein Vorgesetzter die Beantragung approved hat. 5 Tage später erhalte ich die Mail, dass ein neuer User für mich angelegt wurde.
Problem: Einen User hatte ich ja schon, er hatte nur keine Berechtigungen. Naja, jetzt habe ich eben zwei User und beide haben keine Rechte.

7. Versuch
Nachdem sich dann wieder eine Woche nichts getan hat, finden wir eine inoffizielle Telefonnummer von den Sachbearbeitern heraus, die die Berechtigungen einrichten.
“Hm, normalerweise richtet meine Kollegin die Berechtigungen ein. Aber ich schau mal nach.”
… Pause …
“Oh, scheinbar macht das meine Kollegin doch nicht. Da ist die letzten Wochen ja einiges aufgelaufen. Hihi.”
… UARGGAGHEGAGEGAG …

8. Versuch
Die Dame hat versprochen gleich die Berechtigung zu setzen. 5 Minuten der Rückruf, es wäre alles gemacht.
Ergebnis:
Einloggen -> funzt.
Dateinamen sehen -> funzt (yeehhaa).
Dateien  öffenen -> No chance.

Ich habe einfach keine Lust mehr …

Starcraft2: Hell, it’s about time.

Kategorie : PC Games

Juhu, Starcraft 2 ist endlich da. Ich muss wohl nicht erklären, dass es sich hierbei um DAS Echtzeitstrategiespiel überhaupt handelt. Mit Starcraft und Broodwar habe ich seinerzeit angefangen Spiele online zu zocken. Jedoch immer nur kurz, weil im Hintergrund der Gebührenzähler für das 55,6k Modem mitlief und ich die kosten mit Rasenmähen begleichen musste ;) . Heute ist das alles viel besser und man kann zocken bis der Arzt kommt (im wahresten Sinne des Wortes).

Wie auch immer: Ich freu mir ein Eis und werde heute wohl die Arbeit ein bisschen früher verlassen um mir das Spiel mal genauer anzuschauen. Erstmal wird die Kampagne in der deutschen Version gezockt, weil ich über das Hotel-WLAN (ich bin ja derzeit beruflich in Düsseldorf) nicht den kompletten englischen Client saugen will. Das mach ich dann am Wochenende und spiele danach das Spiel einfach nochmal auf englisch :) . Und wenn ich damit durch bin, kümmere ich mich mal ausgiebig ums Multiplayerspielen. Eigentlich würde ich das ja schon früher angehen, aber mein Rechner, den ich unterwegs dabei habe, ist dafür etwas lame, so dass ich häufig wegen Lags verliere. Natürlich nur deshalb und nicht weil ich schlecht bin ;) .

Doch Zuhause wartet dann mein Alienware Notebook mit dem ich alle anderen Gamer im Battle.net plattmachen werde :)

Geld verbrennen leicht gemacht

Kategorie : Job

Seit ca. einem Monat bin ich nun als Freelancer mal wieder bei einer großen Firma im Bereich Data Warehousing aktiv und stelle erneut fest: neues Projekt, dasselbe Dilemma. Es ist kaum zu verstehen, wie diese großen Läden überleben, bei dem Geld, das bei IT-Projekten verbrannt wird.

Es überrascht mich ja nicht mehr, wie ineffizient solche Projekte immer wieder ablaufen, aber dennoch ist es ein Stück weit erschreckend.

Beispiel meines aktuellen Projektes:

  • Erstellung Lastenheft – Jul. 2009 bis Nov. 2009
  • Erstellung Pflichtenheft – Nov. 2009 bis Apr. 2010
  • Implementierung – Apr. 2010 bis Jun. 2010
  • Test – Jun 2010 bis Aug. 2010
  • Inbetriebnahme Sep. 2010

Da gehen also ca. 15 Monate ins Land vom Projektbeginn bis Projektende. Beteiligt sind viele verschiedene Abteilungen aus verschiedenen Städten von unterschiedlichen Firmen, die in Indien entwickeln lassen. Folgende Abteilungen hätte ich im Angebot, die natürlich alle etwas unterschiedliche Interessen haben:

  • Fachbereich in Stadt A (erstellt das Lastenheft)
  • Projektleitung in Stadt A (steuert Fachbereich)
  • Abteilung mit IT-Architekten in Stadt B (hilft bei allem)
  • Projektleitung in Stadt B (vermittelt zwischen allen)
  • Abteilung mit IT-Architekten des IT-Dienstleisters Stadt B (erstellen Pflichtenheft)
  • Abteilung mit Entwicklern in Indien (Entwicklung)
  • Abteilung mit Testern in Stadt B
  • Abteilung, die die Softwaresysteme betreut in Stadt B

Und das alles habe ich nun etwas vereinfacht, weil es da noch Unterabteilungen gibt. Herzlichen Glückwunsch. Man kann sich vorstellen, dass einige Zeit ins Land geht, bis man die alle unter einen Hut bekommen hat. Zumal zwischendrin bei solchen Laufzeiten natürlich auch immer mal wieder Leute wechseln und die Nachfolger sich erstmal einarbeiten müssen.

Wenn das Ganze nun noch einen großen Umfang hätte und die Firma wirklich weiterbringen würde, wäre das ja noch legitim. Hier stellt sich das aber momentan für mich so dar:

  1. Im Fachbereich haben scheinbar die Positionen so oft gewechselt, dass dort keiner mehr so wirklich weiß, was überhaupt warum angefordert wurde.
  2. Der Umfang ist eigentlich so simpel, dass ich mir sicher bin, dass ein verwendbarer Prototyp in zwei Wochen erledigt wäre, wenn sich einer vom Fachbereich mit einem aus der Entwicklung zusammen an einen PC setzen und loslegen würden. Danach könnte man sich noch 1-2 Monate damit austoben das Ganze irgendwelchen Standards entsprechend anzupassen und gut ist. Aber so gehen Monate (oder Jahre) ins Land und am Ende kommt nur was raus, von dem keiner mehr weiß, wozu es überhaupt gut sein sollte.

Amazon verkauft nun auch Lebensmittel

Kategorie : Allgemein

Gerade habe ich erfahren, dass Amazon nun auch Lebensmittel verkauft. Ich denke das werde ich demnächst mal austesten. Aber ob ich mir frischen Fisch an die Packstation liefern lassen sollte? … Ich weiß ja nicht ;)