Tag 20: Great Barrier Reef

Kategorie : Allgemein

Cairns + Great Barrier Reef = Tauchen (oder wenigstens Schnorcheln). Das ist einfach ein Muss, wenn man schon mal hier ist. Und dementsprechend teuer ist der Spaß, aber was solls. Ich habe ein Introduction-Tauchen gebucht. Keine Vorkenntnisse nötig, trotzdem 10m tief tauchen. Klingt gut.

Um 8:30 ist die Fahrt gestartet und wir waren ca. 1 Stunde unterwegs bis zu den Tauchspots. Die Fähre war mit ungefähr 70 Teilnehmern gut gefüllt, das Schiff war brandneu, echt luxuriös und mit 60-70 km/h ziemlich schnell unterwegs. Es bließ ein bisschen Wind von See her und wir fuhren somit den Wellen entgegen. Bei dem Speed, hüpft auch ein großes Schiff ganz schön. Feines Ding, ich hatte Spaß. Während der Fahrt wurde ein kleines Tauchvideo gezeigt und die wichtigsten Dinge erstmal als Trockenübung erklärt. Schon während des Videos sah ich einige Papiertüten die Runde machen. Und als dann die Einweisung abgeschlossen war und ich ein bisschen übers Schiff ging um mich umzusehen, habe ich festgestellt, dass mind. ein Drittel der Anwesenden ziemlich mit dem Seegang zu kämpfen hatte. Hätte ich es nicht besser gewusst, wäre meine Vermutung gewesen, dass hier eine Halloweenparty im Gange war. Kreidebleich war die ganze Bande. Doch spätestens als die ersten Würgegeräusche zu hören waren, war die Sache klar. Pferde waren leider nicht anwesend, aber wenigstens kann ich jetzt sagen: “Ich hab schon Japaner kotzen sehen”. Die meisten haben sich nach der Ankunft an den Tauchspots wieder erholt, aber einige arme Leutchen haben den kompletten Ausflug nur auf den Bänken liegend vor sich hinsiechend verbracht. Da haben sich doch die 200$ richtig gelohnt … Und obwohl ich bei Volksfesten den Gerätschaften nicht mal zuschauen kann, ohne dass mir komisch wird, macht mir Seegang glücklicherweise nix aus. Ich war fit, und zeigte das stolz, indem ich einfach die übriggeblieben Schokoküchlein mapfte, weil für Frühstück vorher keine Zeit war. Ja ja, ich weiß. Nicht mit vollem Magen ins Wasser gehen … Sorry, Mama.

Dann wurde es ernst: Tauchen war angesagt. Rein in den Wetsuit, und auch wenn es metrosexuell klingt: Ich sah darin verdammt gut aus ;) . Taucherflasche und sonstiges Equipment angelegt und nochmal die Übungen von zuvor mit dem Gerät wiederholt. Wie mache ich Druckausgleich, wie bekomme ich Wasser aus der Brille, wie bekomme ich Wasser aus dem Mundstück, wenn ich den Schlauch verloren habe, wie steige ich auf, wie steige ich ab, was gibt es so für wichtige Handzeichen, etc. Und dann *platsch* mit einem Sprung ins Wasser und erstmal an das Tau an dem das Schiff festgemacht hat und festgehalten. Die Weste war erstmal noch voll Luft, damit ich nicht untergehen kann. Und jetzt nochmal die ganzen Übungen mit Kopf im Wasser. Danach ging es langsam nach unten. Ich selbst musste nicht für das Absinken sorgen, sondern der Tauchguide hat meine Weste so eingestellt, dass alles passt und so gings gaaaaanz langsam am Tau entlang nach unten. Immer brav Druckausgleich machen und dann läuft die Sache. Kaum hatte ich mich daran gewöhnt und auch langsam das Atmen automatisiert, schon kniete ich im Sand auf 9-10m Tiefe. Und als ich mich das erste Mal in Ruhe umschaute, hab ich fast das Mundstück ausgespuckt. Scheiße wie geil!

Sauklares Wasser, überall Korallen, bunte Fische, unbunte Fische, große Fische, kleine Fische, Muscheln, Wasweißich, Schildkröten, Pflanzen. Saukrass, unglaublich. Nach ein paar “Ok”-Zeichen um zu signalisieren, dass bei mir alles klar ist, haben wir uns dann langsam vom Tau entfernt und sind rumgeschwommen. Zunächst hat mich der Guide noch ein bisschen ferngesteuert, bis ich einigermaßen die Balance raushatte, doch nach ein paar Minuten durfte ich auch allein rumpaddeln. Traumhaft. Das Highlight war, dass sich eine Wasserschildkröte (70-80cm lang) ganz nah zu uns getraut hat, so dass wir sie sogar mit Algen füttern konnten.

Leider war der Spaß viel zu schnell vorbei und nach 30 Minuten haben wir das Wasser wieder verlassen. Aber es war ein klasse Erlebnis. Ich hätte auch noch ein zweites Mal abtauchen können (für weitere Bezahlung natürlich), aber das habe ich mir dann gespart. Nicht weil ich keine Lust mehr hatte, sondern weil ich auch noch Schnorcheln wollte. Meine Kamera ist leider nur bis 3m wasserdicht und ich wollte nicht riskieren sie beim Tauchen zu zerstören. Deshalb gibt es davon keine Bilder. Aber damit ich wenigstens ein paar Bilder vom Great Barrier Reef habe, bin ich beim anderen Tauchspot nur geschnorchelt und hatte hier die Kamera dabei.

Nach diesem wunderbaren Ausflug gabs am Abend im Hostel noch ein australisches Barbecue, bei dem Emu, Kangaru und Krokodil gegrillt wurden. Die meisten anderen Hostelgäste waren hin und weg, weil die sowas noch nie gegessen hatten. Ich fand das nun nicht sooo spannend, weil ich das alles schon mehrmals bei Mongos oder beim Corroboree in Darmstadt gegessen hatte. Insofern war es nix besonderes mehr. Und ich finde ein schönes Stück Rindfleich einfach immer noch am besten. Aber egal, war trotzdem lecker. Dann noch mit einem Sixpack überteuertem Bier nachgespült (das übrigens in Australien ganz gut schmeckt) und ich konnte gut schlafen.

Schreibe ein Kommentar