Und wieder Reisetag. Diesmal nach Alice Springs, in die Wüste, in die Wüste vom Ayers Rock. “In die Nähe” heißt, ca. 450km entfernt. Aber wenn man bedenkt, dass von Alice Springs aus jede andere Stadt mind. 1500km entfernt ist, ist das schon nah. Und diesmal hatte ich sogar etwas Stress. Der Flug ging um 11:25 und der Flughafen ist nicht weit, aber der Ausflug tags zuvor hatte mir einen Strich durch die Rechnung gemacht: Da ich erst so spät heimgekommen war, hatte schon alles zu. Also konnte ich weder den Flughafentransfer zum Flughafen nach Cairns, noch den Transfer vom Zielflughafen nach Alice Springs noch die Weiterfahrt von Alice Springs nach Ayers Rock organisieren. Also stand ich wieder um kurz vor 7.00 auf.
Um das alles per Email zu machen, war es leider etwas zu kurzfristig, also musste ich auch zwei Telefonate führen, die sicher meine Handyrechnung in ungeahnte Höhen treiben werden. Aber was solls. Besser als in der Wüste rumzuhängen, denn hier ist leider nicht ganz so einfach kurzfristig einigermaßen günstig wohin zu kommen, weil die Auswahl an Verkehrsmitteln doch leicht eingeschränkt ist.
Aber wie auch immer, nach einigem hin- und her hat alles hingehauen. Ich wurde zum Flughafen gefahren, war pünktlich im Flieger, bin pünktlich gelandet, wurde am Flughafen abgeholt und in mein Hostel gebracht. Und dort angekommen, konnte ich dann auch gleich die Busfahrt für den nächsten Tag fix machen. Abholung vor Ort. Happy End.
Danach habe ich die obligatorische Erkundungstour durch Alice Springs gemacht. Wirkliche Sehenswürdigkeiten gibt es nicht, aber die Stadt hat einen ganz eigenen Flair. Es leben hier viele Aborigines und es ist ziemlich trocken. Die Stadt wird zum Beispiel von einem Fluss durchquert, der aber nur ein paar Wochen im Jahr Wasser führt. Heute habe ICH IHN durchquert. Zu Fuss. Und außer Sand hatte ich nix im Schuh. Auf meiner Rundtour habe ich auch noch einen kleinen Berg erklommen, von dem man die Stadt überblicken kann, was bei 20.000 Einwohner auch recht übersichtlich ist. Und danach kommt lange nichts. 1500km lang nichts. Das sieht man natürlich nicht direkt, aber wenn man sich in dem Wissen umblickt, ist es schon etwas komisch. Zum Abschluss des Stadtrundgangs schaut ich mal in einen Supermarkt rein, und wie sollte es auch anders sein: sieht aus wie überall. Groß wie ein Realmarkt bei uns, frisches Obst, frischer Fisch, frisches Fleisch. Heute alles kein Problem. Weiß ich auch. Trotzdem komisch. Bei 1500km und so. Bald schau ich, ob sowas auch auf dem Mond rumsteht.
Und dann war auch dieser Tag schon wieder gelaufen. Eigentlich hatte ich geplant in der Dunkelheit nochmal zum Berglein zu schlurfen um mal zu schauen, wie der Sternenhimmel in trockener Wüstenluft aussieht. But guess what: Es hat angefangen zu regnen. In der Wüste, wo nicht mal Flüsse Wasser führen. Da halte ich mich tagelang im/am REGENWALD auf und es scheint nur die Sonne. Kommt der Geipert in die Wüste, fängt es an zu schiffen. Wenn die Jungs mit dem Regentanz das mitbekommen, werde ich ihr Gott. Jawoll.


