Und wieder hieß es früh aufstehen, denn der Bus würde mich um 7:00 am Hostel abholen um mich zu The Rock zu bringen. Also 6:15 aufstehen, duschen, Schließfach öffnen, Sachen einpacken, Schlüssel an der Rezeption in einen Kasten werfen … Moment. Schlüssel. Wo war der Schlüssel? Ich hatte ihn noch um das Schließfach zu öffnen. Dann hab die Sachen gepackt, mich ungefähr einen Meter bewegt und auf dieser Strecke den Schlüssel verloren. Ich also alles durchsucht: Rucksack ausgeleert, Bettwäsche ausgeschüttelt, alle Taschen durchsucht. Nix. Mittlerweile sind auch meine Zimmergenossen wach geworden und haben mitgesucht. Nix. Nach 15 Minuten hab ich es aufgegeben, da der Bus gleich kommen würde. Also eine Mail ans Hostel geschrieben (an der Rezeption ist erst ab 8.00 einer) und mich tausend mal entschuldigt, dass der Schlüssel weg ist und dass sie mir die Rechnung schicken sollen.
Der Bus fährt vor, ich stell schon mal den Rucksack vor mir ab … und es raschelt metallisch. Moment, da drin dürfte nix so ein Geräusch machen. Also nochmal schnell mit der Hand in den Rucksack gelangt und schwups, habe ich den Schlüssel in den Fingern. Ich hatte vorher den kompletten Rucksack ausgeräumt, umgedreht und geschüttelt. Da kam kein Schlüssel raus … jetzt war er da. Glück gehabt
. Ich also schnell zurück zur Rezeption, den Schlüssel abgegeben und rein in den Bus. Doch ich werde wieder ausgebremst. Mein Name steht nicht auf der Liste, sondern es soll an diesem Hostel angeblich nur ein Mädel abgeholt werden. Scharfsinnig stellt die Busfahrerin fest, dass ich aufgrund meines Bartwuchses wohl nicht als Mädchen durchgehe. Da aber weit und breit keine weibliche Person abgeholt werden will, darf ich trotzdem mit. Es geht eh nochmal bei denen am Büro vorbei und da soll ich das klären. Das Ganze löst sich dann auch schnell auf, denn im Büro ist die Dame, mit der ich am Tag zuvor telefoniert hatte. Und die hat bei meiner Buchung einfach Name und Geschlecht vertauscht … kann ja mal passieren. Nach einem kleinen Plausch darüber, dass Samsung-Telefone ja eh viel toller sind als das iPhone, gings dann endlich los. Doof war nun, dass ich dem Hostel ja geschrieben hatte, dass der Schlüssel weg ist. Und noch eine Mail schreiben, dass es falscher Alarm war, war in den nächsten Stunden definitiv nicht drin, evtl. sogar die nächsten Tage nicht. Als ich mir jedoch meine vorherige Mail im Smartphone anschaute, stellte ich fest, dass ich sie gar nicht ans Hostel versendet hatte, sondern aus Versehen an mich selbst
. Das Alles ist also nie passiert. Wenn Doofheit glücklich macht … traumhaft
.
Alle Hürden waren überwunden und ich entspannt auf dem Weg. 6 Stunden durch die Wüste. Nachdem wir vom Büroparkplatz auf die Straße abgebogen waren, wurden wir darüber informiert, dass dies der erste von drei Abbiegevorgängen am heutigen Tag gewesen sein sollte. Ansonsten gehts immer geradeaus, knapp 500km. Und auf dem Weg liegen ganze 8 Rinderfarmen. Die Fahrt war trotzdem recht kurzweilig. Es gab 2 Stops, an einer Kamelfarm und einem Aussiehtspunkt, und die Fahrerin hatte viel über Land, Leute und Geschichte zu erzählen. Und wie ich nun weiß, befand ich mich NICHT in der Wüste. Dafür regnet es noch etwas zu viel (im Durchschnitt … es kann auch mal vorkommen, dass es 3 Jahre lang nicht regnet). Ich befand mich in einem “Semi-Ariden”-Gebiet. Die Wüste fängt erst 90km nördlich an. Egal, ich würde in beidem elendig verdursten.
Pünktlich um 13:30 haben wir den Ayers Rock erreicht, bzw. das Resort in der Nähe. Das Resort besteht aus 4 Hotels und einem kleinen Städtchen mit ca. 1000 Einwohnern, die allesamt irgendwie im, fürs oder am Resort arbeiten. Nach dem Einchecken habe ich mich nach Touren umgeschaut und mal geschmeidige 200€ für zwei Touren hingelegt, mit denen alles abgefrühstückt wird, was es dort zu sehen gibt. Aber was will man machen … einfach wieder wegfahren wär auch doof. In exponierter Lage kann man sich eben die Preise raussuchen.
Natürlich kann man Ayers Rock auch vom Resort aus sehen. Er ist ca. 15 km entfernt und die haben überall auf die Dünen Aussichtsplattformen gebaut. Dort habe ich mir dann auch mal den Sonnenuntergang angeschaut und bin dann bald ins Bett. Es sollte am nächsten Tag nämlich schon um 4:35 losgehen. Doof, dass so ein Sonnenaufgang immer so früh stattfindet.






