Grube Messel

Kategorie : Lerne deine Heimat kennen

Heute ein weiterer Beitrag zu “Lerne deine Heimat kennen”. Diesmal ging es in die Grube Messel (Eintrag bei Wikipedia), die ich bisher nur von den vielen Straßenschildern in der Stadt her kenne. Klar, ich habe schon was vom Urpferdchen gehört, aber ich war eben noch nicht dort. Und da dieses Wochenende die Eltern meiner Freundin zu Besuch waren, bot es sich doch an diese Wissenslücke zu schließen.

Hier eine kurze, allgemeinverständliche Einführung, was die Grube Messel überhaupt ist: Und zwar handelt es sich um einen alten Vulkankrater, in dem sich im Laufe der Jahrmillionen viele verschiedene Bodenschichten abgesetzt und dabei verdammt viele Fossilien eingeschlossen und konserviert haben, bis das Loch wieder zu war. Weil die Menschen jedoch irgendwann gemerkt haben, dass man hier Ölschiefer finden kann (das wurde aus dem Kram, der sich abgesetzt hat), haben sie einen Tagebau angelegt, das Loch wieder freigebuddelt und alles rausgeholt, womit man einen Panzer oder andere Maschinen antreiben kann. Dabei wurden ziemlich viele Fossilien gefunden, die jedoch zunächst kaum einen interessiert haben. Kurz bevor der Plan umgesetzt werden konnte, das neue Loch wieder zu verschließen, und zwar in Form einer Müllhalde, gab es einige Proteste. Den Leuten dämmerte wohl, dass so viele Fossilien doch einen wissenschaftlichen Wert haben könnten. Und so hat man sich entschlossen, anstatt einer Müllhalde doch lieber das erste UNESCO Weltnaturerbe in Deutschland aus der Grube Messel zu machen. Das nenne ich mal ein Comeback.

Heute hat man hat dort die Möglichkeit den Krater zu besichtigen. Wir haben nur von oben reingeschaut, was zugegebenermaßen nicht besonders spannend ist. Aber die Infotafeln sind schon ganz interessant und bringen einem das Ganze ein bisschen näher. Es gibt auch verschiedene Führungen in Grube hinunter und man kann sich live und in Farbe zeigen lassen, wie dort so nach Fossilien gesucht wird. Wir haben danach nun gar nicht geschaut, weil es heute einfach saukalt war. Aber für den Sommer wäre das nochmal eine Überlegung wert.

Zusätzlich steht dort ein ziemlich großes Besucherzentrum, das erst vor 1-2 Jahren aufgemacht hat. Dies ist wirklich sehr nett aufgezogen und man bekommt viele Infos über die Ausgrabungen und das Zustandekommen dieser einzigartigen Ansammlung von Fossilien. Hier hat man sich jemand viel Mühe gegeben und es ist alles schön mit kurzen Filmen, Touchscreens und anderen lustigen Spielereien aufgebaut. Somit kann man sich des Themas auch mal annehmen, wenn man grundsätzlich nicht so viel Spaß daran findet, tagelang mit einer Minischaufel im Dreck nach alten Tieren zu buddeln.

Also: Wenn man in Darmstadt und Umgebung wohnt und mal nicht weiß, was man machen soll, kann man der Grube Messel ruhig mal einen Besuch abstatten. Ist jetzt nicht DIE Offenbarung, aber doch eine nette Sache für Jedermann.

Schwetzinger Schloss und Heidelberger Schloss

Kategorie : Lerne deine Heimat kennen, Unterwegs

Ich denke viele Leute kennen das: Man hat irgendwelche Sehenswürdigkeiten direkt vor der Haustür, die Hälfte aller Japaner hat sie schon fotografiert aber man selbst hat noch nicht den Arsch hoch bekommen und sich das mal selbst angeschaut. So ging es mir mit dem Heidelberger Schloss.

Zwar war ich schon oft genug in Heidelberg, aber den Weg zum Schloss hoch habe ich bisher noch nie angetreten. Das sollte sich  ändern. Und da mir mein lieber Freund Niklas auch noch den Tipp gegeben hat, dass unweit ja auch noch das Schwetzinger Schloss steht (Leute mit Kind, kennen sich eben mit sowas aus ;) ), haben wir das auch noch mitgenommen.

Also ging es gemütlich los in Richtung Schwetzingen. Das ist mit dem Auto in 45 Minuten von Darmstadt aus zu erreichen … wenn man nicht im Stau steht. I love it. So als Bahnfahrer ist man das ja gar nicht mehr gewohnt. Und am wenigstens ist man die ganzen Arschlöcher auf deutschen Straßen nicht mehr gewohnt. Vielleicht bin ich ja ein Spießer, aber mit gingen die Leute schon gehörig auf die Eier, die nicht einfach mal in ihrer Spur bleiben und warten können, sondern stattdessen mit 100 Sachen über den Rasthof düsen um ein bisschen was abzukürzen. Zumal dadurch natürlich weiter vorne ein weiteres Reißverschlussverfahren wartet, weil ganze Hundertschaften wieder vom Rasthof auf die AB wollen. Irgendwann sind wir trotzdem angekommen.

Ich muss sagen: Das Schwetzinger Schloss hat mir imponiert. Wobei es weniger das Schloss an sich war, sondern eher der Garten. Ich hätte nicht gedacht, dass in einem Vorörtchen von Mannheim ein solch großer Schlossgarten vorhanden ist. Auch Schwetzingen an sich mit seiner kleinen Fussgängerzone ist ganz schön.

Danach gings weiter nach Heidelberg. 10 Minuten über die Landstraße … schwups, da. Das ging fix. Dort schnell das Auto in der Altstadt abgestellt und hoch zum Schloss. Da ich ja nicht so der Besichtigungsfan bin, sind wir gar nicht ins Schloss rein, sondern haben es uns einfach mal von außen betrachtet und die Aussicht genossen. Trotzdem werde ich ab jetzt behaupten, ich war schon auf dem Schloss ;) . Die Aussischt ist wirklich traumhaft. Wenn man nur durch die Altstadt läuft, merkt man ganz nicht so, dass Heidelberg zwischen zwei Gebirgchen eingekesselt ist. Von oben, lässt sich das schön erkennen. Außerdem war gestern der Blick super, man konnte bei blauem Himmel bis zu den Bergen des Pfälzer Waldes schauen. Nett. Nett.

Also, es hat sich definitiv mal gelohnt, sich das anzuschauen. So viele Japaner können sich ja auch nicht irren ;)