Abreisetage sind ja generell doof …
Wie der Titel schon sagt, finde ich den Tag der Abreise immer irgendwie blöd. Unser Flug ging erst um 21:40, so dass man den Tag eigentlich noch hätte sinnvoll nutzen können, aber irgendwie sitzt man ja doch auf glühenden Kohlen und will nicht mehr so richtig was machen. Eigentlich doof, aber ist halt so … wenigstens bei mir/uns.
So ist der Tag im Großen und Ganzen so dahingeplätschert ohne großartig Erzählenswertes. Wir haben erst mal in Ruhe gepackt und die Aufenthaltszeit im Hotel voll ausgereizt (an alle Friends-Kenner … so wie Ross, nur haben wir keine Seife geklaut
). Danach die Koffer unten im Hotel zur Aufbewahrung aufgegeben und sind noch ein bisschen umhergewandert. Gewandert deshalb, weil unsere U-Bahn-Wochenkarte schon abgelaufen war, was unseren Aktionsradius sowieso ziemlich eingeschränkt hat.
So sind wir nochmal schnell bei der Christopher Street (auf die sich der Christopher Street Day bezieht, der allerdings in den USA nicht so heißt) vorbei gelaufen und haben dort das Straßenschild fotografiert, yeeha. Mehr gibt’s da halt nicht zu sehen. Außer ein paar anderen Menschen, die ein Straßenschild fotografieren. Ansonsten noch ein bisschen Standardprogramm: Hier und da noch in ein paar Läden umgeschaut, Starbuckskaffee getrunken, Muffins gegessen, bei Taco Bell gegessen (gibt es ja in Deutschland nur auf Army Stützpunkten, die Penner) und ein bisschen das Hotel fotografiert. Danach haben wir uns schon frühzeitig auf den Weg zum Flughafen gemacht. Ob wir im Hotel oder am Flughafen rumhängen, war dann ja auch egal.
Zum Flughafen haben wir die U-Bahn genommen. Der A-Train kann mit der Metrocard benutzt werden, fährt bis raus zum JFK und ist ca. eine halbe Stunde unterwegs. Doch scheinbar sind wir so ziemlich die einzigen, die dieses Verkehrmittel zum Flughafen nutzen. Außer uns sind nur noch 5-10 Leute aus der ganzen U-Bahn ausgestiegen. Ich glaube der Rest nutzt irgendwelche Shuttle-Services von den Hotels oder das Taxi um da hin zu kommen. Wobei ich jedoch denke, dass man mit der U-Bahn mind. genauso schnell am Ziel ist.
… aber mit Lufthansa noch doofer.
Am Flughafen ging die ganze Eincheckerei problemlos vonstatten. Es hat auch nicht länger gedauert als in Frankfurt. Der einzige Unterschied war, dass man auch noch die Schuhe ausziehen musste. Nachdem wir die 2 Stunden, die wir zu früh waren, auch noch vertrödelt hatten, ging es zum Boarding. Nachdem wir uns, wie eigentlich bei jedem Boarding, über die Leute lustig gemacht hatten, die sich schon Ewigkeiten vor Öffnung des Gates anstellen und mit den Hufen scharren, stiegen wir ein … und das Lachen verging uns sofort.
Ich bin schon oft mit Lufthansa geflogen, auch schon öfter Langstrecke, aber wenn man den direkten Vergleich aus der Vorwoche mit einer neuen, gut ausgestatteten Maschine von Air Canada hat, erkennt man erstmal, in welchen Hühnerstall man da bei LH gepresst wird. Alles was uns beim Hinflug positiv aufgefallen war, war nun schlecht. Die Sitzreihen waren so eng, dass sogar ich mit meinen Knien im normalen Sitzen an den Rücksitz des Vordermannes schleifte. Auch zu den Seiten war deutlich weniger Platz. Das Highlight im Direktvergleich war jedoch das “Lufthansa Entertainment System”. Wo beim Hinflug noch jeder Passagier sein eigenes Mediacenter mit Dutzenden an Filmen und Serien zu Auswahl hatte, hingen hier an der Decke ein paar Bildschirme. Jeder ungefähr so groß wie ein iPad, jedoch mit einem Viertel seiner Auflösung. Lustig anzusehen war, dass jeder Bildschirm in Sichtweite eine komplett andere Farbeinstellung hatte und einer davon in ca. minütlichen Abständen einmal grell-grün aufflackerte um dann langsam wieder zum richtigen Bild zurückzukehren. Bei jedem Computerspiel wird der Epilepsiehinweis mitgeliefert, hier wäre er angebracht gewesen.
Leider wurde der Gesamteindruck im Folgenden nicht besser, denn wir verbrachten noch 2 Stunden auf dem Rollfeld. Zuerst gab es scheinbar Probleme beim Enteisen und dann musste ein kranker Passagier (wahrscheinlich Epileptiker?!?) wieder ausgeladen werden, was immer mit der Suche nach seinem Gepäck einhergeht. Und das dauert. Hierfür kann Lufthansa natürlich nichts. Dafür dass in dieser Zeit aber keine Getränke verteilt werden, jedoch schon. Ich bin bei sowas ja immer sehr nachsichtig (vielleicht zu nachsichtig), und denke mir, dass das Personal vielleicht besseres zu tun hat als Wasser zu verteilen, wenn gerade jemand wieder ausgeladen werden muss. Aber dennoch war danach beim erneuten Enteisen genug Zeit. Auch die Tatsache, dass allein in meinem Umfeld 5-10 Leute nach was zu Trinken gefragt hatten, sollte doch mal eine Aktion nach sich ziehen … die nicht darin besteht, jedem der nachfragt, einzeln einen Becher zu bringen. Dies alles war jetzt kein Drama, aber einfach unbequem. Und es wird auf jeden Fall dazu führen, dass ich beim nächsten Langstreckenflug auch gerne ein paar Euro mehr ausgebe, um mit einer anderen Airline zu fliegen.
Aus, aus, das Spiel ist aus!
Abschließend kann ich nur nochmal betonen: Wer gerne Städtetrips macht, kommt an New York eigentlich nicht vorbei. Ich finde die Stadt irre spannend, interessant, sehenswert, faszinierend und toll. Außerdem ist das ganze nicht so teuer, wie man vielleicht denkt. Wer zeitlich etwas flexibel ist, kann eigentlich immer ein Angebot finden, das ihn für 500-600€ für eine Woche nach NY bringt. Wie viel Kohle man dann dort lässt, ist jedem selbst überlassen. Man kann dort locker eine Woche füllen, ohne auch nur einen Cent Eintritt oder sonstwas zu zahlen. Auch Essen + Trinken ist dank des Dollarkurses im Allgemeinen in Manhattan nicht teurer als bei uns. Wer es etwas dicker hat, kann aber auch locker 300€ für ein Sushi-Menu bei einem weltbekannten Sushimeister ausgeben.
Also Leute, bucht einen Flug. Ihr werdet es nicht bereuen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich nicht das Letzte mal da war, denn bisher war ich immer im Winter dort, und das möchte ich nochmal ändern.






























































