Nachdem der vorherige Abend länger als geplant gedauert hatte, wurde erstmal schön bis knapp 11 geschlafen. Ein kurzes Frühstück im Hostel und dann war ich wieder mit den anderen beiden unterwegs. In der Gruppe macht das schon etwas mehr Spaß als allein.
Der erste Weg führte uns zu Fuss nach Chinatown. Nach 10 Minuten vom Hostel aus steht man mittendrin. Dort gab es nichts wirklich besonderes, aber wer schon mal in irgendeinem Chinatown dieser Welt war, weiß ja, dass es einfach immer recht beeindruckend ist, wenn man anstatt vor Bankhochhäusern plötzlich zwischen kleinen Buden steht, die Hühnerfüsse verkaufen. Wenn man dann noch mitten zwischen den Chinaläden einen deutschen Würstelstand erblickt, der auch Leberkässemmeln verkauft, ist der Spaß perfekt
. Hier haben wir uns auch gleich mal nach etwas einheimischem Essen umgeschaut. In Singapur ist das meistens wie ein Foodcourt aufgebaut: In den Malls sowieso, aber auch in den abgelegeneren Ecken von Chinatown. Und in so einen Laden sind wir rein. Nur Einheimische, und wir. Das ist aber meist ein gutes Zeichen, denn dann wird es dort wohl schmecken. Es gab 6-7 Theken, die verschiedene Gerichte im Angebot hatten. Ich habe einfach mal was nach Sicht bestellt, weil es lecker aussah. Rein geschmacklich würde ich tippen, dass ich die Leber irgendeines Tieres auf dem Teller hatte, dazu fritiertes Schweinefleisch mit Ananas, irgendwelche Sojabohnen und Reis. War alles echt lecker.
Danach ging es weiter in Richtung Sentosa. Das ist eine kleine vorgelagerte Insel, auf die man mit der Seilbahn oder einer Bahn rüberfahren kann. Wir haben uns für 15€ die Seilbahnfahrt gegönnt. Die Seilbahn startet von einem kleinen Berg auf dem Festland, fährt durch den 17. Stock eines Hochhauses durch und geht dann rüber zur Insel. Von der Gondel aus hat meinen schönen Blick auf die Stadt und das Meer, also hat sich die Fahrt schon gelohnt. Auf Sentosa angekommen mussten wir feststellen, dass es bis zum Strand noch knapp ein Kilometer einen kleinen Berg runter ist. Zum Glück ist man in Singapur geschäftstüchtig und hat da eine kleine Rennstrecke angelagt, die man mit Plastikkarts runterdüsen kann. Ach ja, was ich bisher noch nicht erwähnt habe: Es war sackwarm und schwül, tropisch halt. 32° und gefühlte 100% Luftfeuchtigkeit. Jeder Schritt hat zu einem Instantschweißausbruch geführt. Da überlegt man nicht lange, ob man lieber 1 km läuft, oder mit einem Kart runterdüst. Man zahlt und fährt. Ende. Zumal im Preis die Rückfahrt vom Strand per Sessellift inbegriffen war.
Der Strand war ziemlich nett, nur dass die Aussicht auf 1000 Containerschiffe nicht wirklich sooo toll ist. Aber so ist das eben an der verkehrsreichsten Wasserstraße der Welt. Badesachen hatten wir nicht mit, also hieß es “Nur Gucken, nich anfassen”. Kurz ausruhen, Meerblick genießen, Fotos machen und dann wieder mit Sessellift und Gondel zurück aufs Festland.
Als nächstes stand Little India auf der Agenda. Little India war irgendwie wie Chinatown, aber doch ganz anders. So richtig erklären kann ich das nicht. Die Straßen waren hier auch eng, es gab hier auch kleine Straßenhändler, Essensstände, etc. Aber trotzdem war der Flair ein ganz anderer.
Sei es einfach weil die Inder eben doch eine anderen Mentalität haben, anders aussehen oder weil einem die ganzen Räuscherstäbchen die Sinne vernebeln. Keine Ahnung, aber ist auch egal, es war jedenfalls gut. Außerdem steht bald ein großes hinduistisches Fest an, Deepavali (http://de.wikipedia.org/wiki/Diwali). Und zu diesem Anlass waren einige Straßen bereits geschmückt und wir vermuten, dass auch deshalb zwei Märkte existierten, auf denen fast ausschließlich typisch indische Klamotten verkauft wurden. Natürlich ließ es sich die Dame unserer kleinen Reisegruppe nicht nehmen gleich mal zuzuschlagen
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Jetzt hatten wir den Tag auch langsam rumgebracht, es wurde langsam dunkel (so gegen 19 Uhr geht langsam die Sonne unter). Zum Abend hatten wir uns zum Grillen mit Shireens Bekannten in deren Wohnanlage zum Grillen verabredet. Treffpunkt Einkaufszentrum zum Fleischkauf. Glücklicherweise wohnen die in der Nähe von Little India, so dass wir auch dies zu Fuss machen konnten. Im Supermarkt wurde auf altbewährtes zurückgegriffen: Grillen = Steak. Dabei gab es jedoch das Problem, dass die Verkäuferin irgendwie keine frischen Steaks schneiden durfte, und die paar, die schon geschnitten rumlagen, sahen nicht so toll aus und hätten auch nicht gereicht. Also wurde nicht lang gefackelt und einfach das ganze 3,5kg schwere Stück Fleisch mitgenommen, 7 Mäuler wollten ja gestopft werden. Schneiden kann auch ein schweizer Taschenmesser
.
In der Wohnanlage angekommen wurde der Grill am Pool angeheizt. Japp, richtig gelesen. Pool. Hier wird nicht in einer normalen Studentenbutze gehaust, sondern in einem bewachten Apartmentkomplex mit Pool, Fitnesstudio, Tennisplatz, Bowlingbahn und eben einem geilen Grillplatz. So lässt es sich aushalten. Nachdem aus dem Fleischbrocken fachmännisch 7 Steaks herausgeschnitten waren, war immer noch gut ein Kilo Fleisch über … kann man ja später noch drauflegen, für den zweiten Hunger. Die Steaks waren saugut, die zwei Paletten Bier auch, wir alle in Gespräche vertieft und plötzlich raschelt es am Grill, wo das Restfleisch in der Tüte auf uns wartet. Doch das letzte was wir davon sahen war, die es von einer jungen, wilden Katze, die kleiner war als der Fleischbrocken selbst, ins Gebüsch geschliffen wurde. Auch eine Horde Männer mit Bier und Wut im Bauch konnte Katze nicht mehr finden. Verschwunden. Hoffentlich hat sie sich daran verschluckt …
Nach dem dennoch fürstlichen Mahl und der Vernichtung allen Bieres ging die Abendplanung weiter. Clubs standen auf dem Programm. Wieder kurze Hosen an, schlecht. Nun stellte sich heraus, dass zwei der Anwesenden auch nur auf der Durchreise sind, und im Hostel direkt unter unserem Hostel wohnten (da sind zwei Stück in einem Gebäude). Passt ja wie die Faust aufs Auge: Wir also zu viert mit dem Taxi zurück zum Hostel, umziehen und mit den anderen in einer Bar/Club getroffen. Das coole ist: Der Laden befindet im 70. Stock eines Hotels, dem Swissotel Stamfort. Nun sei anzumerken, dass Donnerstag in Singapur der Tag ist, an dem eigentlich gar nichts geht. Da ruhen sich die Leute vom Mittwoch aus, oder warten aufs Wochenende. Das war zum einen gut, denn es hat keinen Eintritt gekostet in den Laden zu gehen. Andererseits wurden wir auch bald rausgeschmissen, weil sie zugemacht haben. Wir waren nämlich fast die einzigen Gäste. Aber der Ausblick war natürlich bombastisch. Leider wurden die Bilder nicht wirklich was, denn wir hatten nicht die richtige Kamera dabei.
Danach machten wir uns ziemlich verzweifelt auf die Suche nach irgendwelche Läden, in denen noch was los ist. Ein Club hatte schon zu. Der nächste macht auch zu, nachdem wir eine halbe Stunde drin waren. Wieder der nächste stellt sich als Puff heraus, den wir dann lieber gemieden haben. Die Suche führte uns mit zwei Taxis durch halb Singapur, was auch mal interessant war. Und teuer ist das im Vergleich zu Deutschland auch nicht. Im Vergleich zu China schon, wie mir von den anderen versichert wurde, die gerade von einem Chinatrip kamen. Aber ich komm ja nicht aus China, also fand ich es billig.
Da am Ende der einzig geöffnete Laden ein McDonalds war (überall dasselbe
), ließen wir dort den Abend mit Doppelcheeseburgern ausklingen. Danach gings so gegen 5 Uhr heim ins Hostel. Dort habe ich noch schnell die anderen Gäste in meinem 6er-Zimmer geweckt, weil in meinem Schrank die metallene Hemdstange abgefallen ist, was ein wenig Lärm erzeugt, wenn die in einem metallenen Schrank rumfällt. Sorry dafür.