Nach einigen Terminverschiebungen und Absagen haben sich gestern doch noch 3 Leute zusammengefunden um gemeinsam die Kletterhalle Bensheim aufzusuchen. Mein Ziel für diesen Tag war klar: Die dämliche (und wirklich einfache) Route zu schaffen, an der ich vor 2 Wochen gleich 3 Mal versagt habe. Dem Ziel nicht gerade förderlich war die Tatsache, dass ich tags zuvor bis 3 Uhr in der Krone diverse alkoholische Getränke konsumiert hatte und dann auch nur 5 Stunden Schlaf verzeichnen konnte. Doch was solls, als ich noch Fussball gespielt habe, wurden die größten Erfolge auch mit dem größten Kater gefeiert. Also los.
Da es Samstag Nachmittag war, waren ziemlich viele Anfängergruppen da und alle ganz leichten Routen sowie Boulderraum belegt. Also wurde ich gleich mal dazu überredet eine 4 in Angriff zu nehmen (zur Erinnerung: 2. Mal klettern … das letzte Mal war ich schon an einer 3er gescheitert
). Zu meiner Überraschung hat sich die Alkoholschlappheit aus den Gliedmaßen schnell verabschiedet und ich bin eigentlich ohne größere Probleme, und vor allem ohne Absturz oder Pause, oben angekommen. Ein heroischer Sieg über das Bier.
In der Folge lief der Tag auch recht erfolgreich. Ich habe mir eigentlich alle Routen, an denen ich das letzte Mal ziemlich zu kämpfen hatte, nochmal vorgenommen und sie alle gemeistert. Auch meine persönliche Hassroute war kein Problem. Die Stelle, an der ich vor 2 Wochen 3 Mal in Folge verzweifelt bin, hab ich diesmal einfach übersehen und bin drübergeklettert
. Das war wahrscheinlich der Schlüssel zum Erfolg. Ich glaub ich hab diesmal einfach irgendwie auf anderen Tritten gestanden, so dass die Kombination total einfach war.
Die schwerste Route war an diesem Tage eine “schwere” 4 (ich kann mir nie merken ob nun 4+ oder 4- schwerer ist
). Hier musste ich 2 Mal ziemlich lange verschnaufen und genauer die Lage peilen um oben anzukommen. Erschwerend kam hinzu, dass eine ganz lustige Kegeltruppe direkt neben mir kletterte. Das war scheinbar so ein Schnupperklettern und die haben an der leichtesten Wand einfach alle Griffe verwendet. Dementsprechend waren die recht flott oben und haben mir dabei irgendwelche Sprüche zugerufen. War zwar lustig, aber das Austauschen von Stammtischparolen ist beim Klettern der Konzentration nicht unbedingt zuträglich. Hoch geschafft hab ich es schließlich doch und war schon ein bisschen Stolz.
Zum Abschluss ging es nochmal ein bisschen in den Boulderraum, aber da waren die Kräfte schon ziemlich am Ende. Grundsätzlich kam es mir aber schon entgegen, dass ich nicht, wie beim letzten Mal, schon vorab beim Boulder verausgabt habe. Wenn man noch frisch ist, fällt die Sache doch schon entschieden leichter. Auch habe ich diesmal verstärkt versucht auf die Ratschläge von unten zu hören und das hilft schon ungemein. Stefan und Niklas haben mir manchmal mit ein paar Tipps, welche Tritte ich denn lieber verwenden sollte, ziemlich geholfen. Wenn man da selbst in der Wand hängt, hat man schon den Tunnelblick und macht Sachen, die einem das Leben schwer machen. Oder um es mit den Worten von Niklas zu sagen: “Tobi … so wie du da kletterst, machst du dir aus der 4 selbst ne 6.”
Aber kurzum: War wieder ein spaßiger Nachmittag und es macht wirklich Laune, wenn man sieht, dass man kleine Fortschritte gemacht hat.






















